ATEX-konforme Digitalisierung: Rugged Tablets für explosionsgefährdete Bereiche in der Chemieindustrie

Explosionsschutz als Voraussetzung digitaler Prozessintegration

Die Digitalisierung chemischer Produktionsanlagen endet nicht an der Zonengrenze. In explosionsgefährdeten Bereichen gelten jedoch besondere physikalische und regulatorische Anforderungen. ATEX-zertifizierte Rugged Tablets ermöglichen den Einsatz mobiler IT in Zone 2 und Zone 22, ohne zusätzliches Zündrisiko.

Explosionsschutz ist dabei keine Zusatzfunktion, sondern eine konstruktive Grundanforderung an Hardware, Energieversorgung, Gehäusekonzept und Wärmeabführung. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, bieten die Durabook U11I-EX und R8-EX Tablets eine maßgeschneiderte Lösung.

 

Lösungskonzept: Robuste mobile Geräte für explosionsgefährdete Umgebungen

Um die hohen Anforderungen in Chemie- und Pharmaanlagen zu erfüllen, sind speziell zertifizierte mobile Geräte notwendig. Die Durabook U11I-EX und R8-EX Tablets bieten hier eine praxisgerechte Lösung:

  • ATEX-Zertifizierung für explosionsgefährdete Bereiche – die Geräte können sicher in Zone 2 und Zone 22 eingesetzt werden, ohne das Risiko von Funkenbildung.
  • Robustheit gegen mechanische Belastungen – Stürze, Vibrationen und rauer Industriealltag stellen kein Problem dar.
  • Chemikalien- und Korrosionsbeständigkeit – das Gehäuse hält gängigen Reinigungs- und Chemikalienmitteln stand.
  • Betriebsfähigkeit bei extremen Temperaturen – von Minustemperaturen bis hin zu sommerlichen Spitzenwerten, passend für verschiedenste Produktionsumgebungen.
  • Schutz vor Staub und Feuchtigkeit – IP66-Zertifizierung sorgt dafür, dass die Geräte auch in feuchten oder staubigen Bereichen zuverlässig arbeiten.

 

Praxisnutzen: Mitarbeitende können jederzeit auf digitale Arbeitsanweisungen, Wartungsdaten oder Sicherheitsinformationen zugreifen – ohne Kompromisse bei Sicherheit und Robustheit. Damit werden Abläufe effizienter, Fehlerquoten reduziert und die Einhaltung von Sicherheitsstandards erleichtert.

Technischer Rahmen: Was eine ATEX-Zertifizierung für mobile Geräte bedeutet

ATEX-Zonen sind Bereiche, in denen durch Gase, Dämpfe oder Stäube explosionsfähige Atmosphären entstehen können.

  • Zone 2: gelegentlich auftretende Gas-Luft-Gemische
  • Zone 22: explosionsfähige Staubatmosphäre

 

In diesen Bereichen können Funkenbildung, heiße Oberflächen oder elektrostatische Entladungen Explosionen auslösen.

Für Rugged Tablets bedeutet das:

  • Keine offenen Zündquellen
  • Lüfterlose, passive Kühlsysteme
  • Kontrollierte Oberflächentemperaturen
  • Elektrostatisch sichere Materialien
  • Zertifizierte Energie- und Akkuarchitektur

 

Die ATEX-Zertifizierung bezieht sich auf das gesamte System – nicht nur auf einzelne Komponenten.

 

Mechanische Robustheit als Systemanforderung in Chemieanlagen

Neben Explosionsschutz wirken weitere Belastungen auf mobile Geräte ein:

  • Korrosive Atmosphären
  • Dauerhafte Vibrationen
  • Stürze
  • Chemikalienkontakt
  • Temperaturbereiche von Frost bis Hitze
  • Feuchtigkeit und Staub

 

Industrietaugliche Tablets müssen daher zusätzliche Schutzstandards erfüllen:

  • IP66 gegen Staub und Strahlwasser
  • MIL-STD-810H für Stoß-, Vibrations- und Fallresistenz

 

Robustheit reduziert Geräteausfälle und verhindert improvisierte Ersatzlösungen, die in ATEX-Bereichen sicherheitskritisch sein können.

 

Edge-Verarbeitung in explosionsgefährdeten Zonen

ATEX-zertifizierte Rugged Tablets dienen nicht nur als Anzeige- und Dokumentationsgeräte. Moderne Modelle verfügen über leistungsfähige Prozessoren für lokale Datenverarbeitung.

Edge Computing im ATEX-Bereich hat mehrere Effekte:

  • Reduzierter Funkverkehr
  • Geringere Abhängigkeit von externer Konnektivität
  • Schnellere Analyse direkt am Einsatzort
  • Minimierung externer Datenexposition

 

Beispielsweise können Vibrationsdaten von Pumpen lokal analysiert werden. Abweichungen von Normalmustern werden sofort erkannt. Wartungsentscheidungen können unmittelbar getroffen werden, ohne auf zentrale Auswertung zu warten.

Lokale KI-Inferenz unterstützt so zustandsorientierte Instandhaltung auch innerhalb explosionsgefährdeter Bereiche.

 

Typische Einsatzszenarien in ATEX-Zonen

  1. Wartung und Inspektion: Techniker greifen mobil auf Anlagenparameter, Wartungshistorien und digitale Checklisten zu. Messergebnisse werden direkt dokumentiert und auditierbar gespeichert.
  2. Störungsanalyse: Live-Daten aus Sensoren werden vor Ort ausgewertet. Kritische Parameter können unmittelbar überprüft werden.
  3. Dokumentation und Compliance: Inspektionen, Freigaben und Eingriffe werden digital protokolliert. Die Datenübertragung erfolgt gesichert in zentrale Systeme.
  4. Mobile Bedienung: Autorisierte Mitarbeitende können Prozesse überwachen oder Parameter prüfen, ohne stationäre Terminals nutzen zu müssen.

Cybersecurity und Zugriffssicherheit in ATEX-Umgebungen

Mobile Geräte in Chemieanlagen sind Teil der industriellen IT-Infrastruktur. Neben physischer Sicherheit ist daher auch IT-Sicherheit erforderlich.

Relevante Sicherheitsfunktionen sind:

  • Trusted Platform Module (TPM)
  • Secure Boot
  • Multifaktor-Authentifizierung
  • Verschlüsselte Datenspeicherung
  • Zentrales Device Management

 

Hardwarebasierte Sicherheitsmechanismen verhindern unautorisierte Zugriffe auf Prozessdaten oder Steuerungssysteme.

In explosionsgefährdeten Bereichen ist die Kombination aus physischer Sicherheit und IT-Sicherheit entscheidend.

 

Wirtschaftliche Perspektive: Total Cost of Ownership

ATEX-zertifizierte Rugged Tablets sind kostenintensiver als Standardgeräte. Die Wirtschaftlichkeit ergibt sich jedoch aus der Gesamtbetrachtung.

Relevante Faktoren sind:

  • Längere Lebensdauer
  • Geringere Reparatur- und Austauschkosten
  • Reduzierte Stillstandzeiten
  • Vermeidung sicherheitskritischer Zwischenfälle
  • Verlässliche Dokumentation für Audit- und Compliance-Anforderungen

 

In sicherheitskritischen Produktionsumgebungen sind Ausfallkosten häufig höher als die Differenz in der Anschaffung.

 

Compliance und Auditfähigkeit

Chemieunternehmen unterliegen strengen regulatorischen Anforderungen. Digitale Dokumentation muss nachvollziehbar und manipulationssicher sein.

ATEX-konforme Rugged Tablets unterstützen:

  • Protokollierung von Eingriffen
  • Versionierte Wartungsdokumentation
  • Verschlüsselte Speicherung
  • Integration in bestehende ERP- oder MES-Systeme

 

Die digitale Rückverfolgbarkeit erhöht die Transparenz und unterstützt interne wie externe Audits.

 

Fazit

ATEX-zertifizierte Rugged Tablets ermöglichen den sicheren Einsatz mobiler IT in explosionsgefährdeten Bereichen der Chemieindustrie. Sie verbinden Explosionsschutz, mechanische Robustheit, lokale Datenverarbeitung und IT-Sicherheit in einem System.

Damit schaffen sie die Voraussetzung für durchgängige Digitalisierung auch in sicherheitskritischen Zonen.

Key Facts: ATEX-Rugged Tablets in der Chemieindustrie

  • Einsatzbereich: Mobile IT in Zone 2 und Zone 22.
  • Kernanforderung: Ausschluss aller potenziellen Zündquellen.
  • Robustheit: IP66, MIL-STD-810H, chemikalienresistente Gehäuse.
  • Edge-Vorteil: Lokale Datenanalyse reduziert Latenz und Funkverkehr.
  • IT-Sicherheit: TPM, Secure Boot, Multifaktor-Authentifizierung.
  • Wirtschaftlichkeit: Positive TCO durch reduzierte Stillstände und längere Nutzungsdauer.
  • Compliance: Digitale, auditfähige Dokumentation von Wartung und Eingriffen.

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